Zum Hauptinhalt springen

Politische Panikmache

BFAV fordert konstruktive Problemlösungen statt »Ärztebashing«

In der aufgeheizten Diskussion um angeblich zu lange Wartezeiten für Fachärzten warnt der BFAV die Politik vor Panikmache. Statt die Ärzteschaft als Alleinschuldige hinzustellen und die Patienten mit Horrorszenarien zu verängstigen, sollten gemeinsam mit den Leistungsanbietern tragbare Lösungen für das Gesundheitssystem im Umbruch erarbeitet werden.

„Der Ton in der aktuellen  Diskussion um die Reform in der GKV wird immer schriller,“ so bedauert BFAV- Vorstand Dr. Klaus Stefan Holler, niedergelassener HNO-Arzt die jüngsten Angriffe von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken auf die niedergelassenen Fachärzte. Die Diskussion um Wartezeiten und Terminvergabe, lasse sich nicht über Vergütungskürzungen lösen „Eine derartige Panikmache verhetzt die Ärzteschaft und verängstigt die Patienten.“ ruft Holler dringend zu einer sachlich korrekten und faktenbasierten Diskussion auf. Die Regularien des Terminserviceversorgungs-gesetzes hätten realiter mit dem steigenden Bedarf einer alternden Bevölkerung und gleichzeitig altersbedingten Praxisschließungen niedergelassenen fachärztlichen Kollegen zu tun.

Frisierte Statistiken

Wer dies leugne, handle unseriös, so Holler mit Hinweis auf „frisierte Statistiken für die Wartezeit auf Facharzttermine die taggleiche Behandlung geflissentlich heraus rechnen.“ Die Zahl niedergelassener Hals-Nasen-Ohrenärzte im Freistaat sinke beispielhaft auch für andere Facharztgruppen kontinuierlich, immer weniger Kollegen würden operieren. Aber die Behandlungszahlen im HNO-Bereich stiegen innerhalb eines Jahres von 700.000 auf 800.000 Fälle. „Der Dank von Regierungsseite für dieses Engagement ist eine rigorose fachärztliche Budgetierung, die über 20 % der Behandlungen nicht erstattet,“ kritisiert Holler. Krankenhäuser und Pharmaindustrie hätten aufgrund einer starken Lobbyarbeit nur einen kleinen Beitrag an Einsparungen zu leisten.  „Völlig ungeschoren bleiben hochalimentierte Verwaltung, Kassen, und der medizinischer Dienst. Im Bürokratieabbau schlummernde Milliarden werden nicht angetastet, „ bedauert Holler. „Tragfähige Reformvorschläge kluger Ökonomen und innovativer Kassenvorstände werden,“ so Dr. Wolfgang Bärtl, politisch versierter Altvorstand des bayerischen Facharztverbandes, „von dieser Regierungskoalition negiert.“

Zurück
Dr. Klaus Stefan Holler, HNO-Arzt