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Freiheit statt Gängelung

BFAV gegen »Zwangssteuerung«

Der Bayerische Facharztverband (BFAV) kritisiert die Pläne zur verpflichtenden Patientensteuerung als weiteren Schritt zur staatlichen Bevormundung. Was als Effizienzreform verkauft werde, ist aus Sicht der Fachärzteschaft ein Angriff auf die Selbstbestimmung der Patienten.

Künftig sollen GKV-Patienten vor einem Facharztbesuch zunächst eine KI-Schleife oder ein verpflichtendes Primärarztsystem durchlaufen. Der direkte Zugang zur fachärztlichen Versorgung würde damit faktisch zum Ausnahmefall. „Hier wird das Prinzip Freiheit durch das Prinzip Gängelung ersetzt“, erklärt der HNO-Arzt Dr. Klaus Holler, Vorsitzender des BFAV]. „Patienten sind keine Objekte staatlicher Steuerungsfantasien, sondern mündige Menschen, die selbst entscheiden können, welche medizinische Hilfe sie benötigen.“ Der BFAV sieht in der verpflichtenden Vorsteuerung ein weiteres Beispiel zunehmender politischer Detailregulierung.

BFAV Wahlmodell

Amtsvorgänger Dr. Wolfgang Bärtl bestärkt mit seiner langjährigen Erfahrung als niedergelassener Orthopäde diese Grundposition des BFAV und stellt klar: „Steuerung darf kein Zwang sein. Wenn ein Primärarztsystem politisch gewünscht ist, dann ausschließlich auf freiwilliger Basis. Wer sich über ein Primärsystem leiten lassen möchte, soll das tun können. Aber wer direkt zur Fachärztin oder zum Facharzt seines Vertrauens gehen will, darf daran nicht gehindert werden.“
Konkret fordert der Verband deshalb ein transparentes Wahlmodell:
Option 1: Teilnahme an einem Primärarztsystem mit koordinierter Versorgung
Option 2: Wahltarif oder Selektivverträge mit freiem, unmittelbarem Zugang zur Fachärztin oder zum Facharzt der eigenen Wahl
„Das ist ehrlicher als ein Zwangssystem durch die Hintertür. Freiheit bedeutet Wahlfreiheit – nicht Einheitsversorgung für alle“, so ergänzt Holler. Eine verpflichtende Vorsteuerung durch KI oder überlastete Primärstrukturen berge zudem medizinische Risiken. „Medizin ist keine Fließbandarbeit! Wer Zugänge künstlich verengt, riskiert Verzögerungen und Fehlbehandlungen – am Ende zum Schaden der Patienten“, warnt der BFAV-Sprecher. Der BFAV fordert die Politik auf, das Prinzip der freien Arztwahl als Grundpfeiler der Versorgung zu erhalten.
„Ein Staat, der seinen Bürgern nichts mehr zutraut, verliert das Vertrauen. Gesundheitspolitik braucht Freiheit, Eigenverantwortung und Respekt vor der Selbstbestimmung – nicht immer neue Vorschriften. Freiheit statt Gängelung muss das Leitmotiv bleiben“, empfiehlt Bärtl.

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Dr. Wolfgang Bärtl