Zum Hauptinhalt springen

Freiheit als Chance

Unternehmer-Fachärzte decken undemokratische KVB-Strukturen auf – konstruktive Opposition – fatales Signal an die fachärztliche Grundversorgung.

Die 15. Amtsperiode der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns grenzt künftig einen beträchtlichen Teil der Fachärzte von der politischen Mitarbeit in den Gremien und Ausschüssen der Selbstverwaltungskörperschaft aus. Die mögliche Facharztmehrheit im bayerischen Parlament der Kassenärzte kommt damit nicht zustande.

Der bayerische Facharztverband (BFAV) obwohl mit sechs Delegierten die drittstärkste Kraft im bayerischen Parlament der Kassenärzte wird durch Absprachen zwischen dem ebenfalls fachärztlichen Aktionsbündnis für Bayern und dem Hausärzteverband künftig aus dem Vorstand der KVB gedrängt aus sämtlichen Gremien ausgegrenzt.

Der Augenarzt Pedro Schmelz verzichtet damit trotz anderslautender Wahlkampfankündigung zugunsten von Hausärzte-Vertreter Krombholz auch auf die Führungsposition im KVB-Vorstand. Für Dr. Wolfgang Bärtl Vorsitzender des bayerischen Facharztverbandes (BFAV), bedeutet „diese Aussperrung des BFAV eine massive Schwächung der gemeinsamen fachärztlichen Interessen in der KVB“. Als erschreckend bezeichnet Astrid Schmidt, neues Mitglied des BFAV in der Vertreterversammlung, den Umgang mit Minderheiten und die Prozesse der Meinungsbildung. Dies erinnere ihn in fataler Weise an überwunden geglaubte Zeiten in Parlamenten der DDR, ergänzte Gernot Petzold. Der BFAV werde künftig verstärkt mit konstruktiven Vorschlägen die Arbeitssituation für die niedergelassenen Unternehmer-Fachärzte in der Körperschaft von außen unterstützen. Gleichzeitig sei diese interessensgesteuerte Ausgrenzungspolitik durch Altfunktionäre Ansporn, neue Wege zu gehen um auch künftig die fachärztliche Versorgung der Patienten mit wirtschaftlich überlebensfähigen Praxen auch in strukturschwachen ländlichen Räumen jenseits eines starren Kollektivvertragssystems sicherzustellen. „Wir sehen die vom HÄV und AFB zugewiesene Oppositionsrolle als Chance, mit einem klaren Auftrag die Interessen der niedergelassenen Kollegen ohne Angst um Posten und Pfründe in den KVB-Gremien offensiv zu vertreten“ verspricht die ehemalige 2. stellv. Vorsitzende der KVB, Ilka Enger. Der BFAV habe mit seinem Einsatz viel Unterstützung der Basis erhalten und könne in den letzten Wochen einen erheblichen Zustrom neuer Mitglieder verzeichnen.

Zurück
Dr. Ilka M. Enger
Dr. Ilka M. Enger