19.11.2016

Jobkiller Bürgerver(un)sicherung – Bundesverband niedergelassener Fachärzte an der Seite der Gewerkschaft

Dr. Wolfgang Bärtl, Orthopäde, Neumarkt i.d.OPf.

120.000 Arbeitslose mehr, 5,5 Mrd Euro Arzthonorar weniger und 8 Mrd. Euro Zusatzbelastung für die Wirtschaft durch die Einführung der Bürgerversicherung? Dem Bundesverband niedergelassener Fachärzte (BVNF) macht eine Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung Angst, die mit diesen alarmierenden Zahlen auf die gravierenden arbeitsmarktpolitischen Folgen der obligatorischen Bürgerversicherung hinweist.

Der BVNF schaut mit Sorge auf die Bundestagswahl: Geplant ist offenbar ein erneuter Vorstoß der SPD, die Bürgerversicherung in der nächsten Legislaturperiode zu realisieren.

Die Einführung verursacht einen Kahlschlag - nicht nur bei der Privaten Krankenversicherung (PKV). Dieses Ergebnis präsentiert die neue Studie im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Je nach Ausstiegsalternativen fallen allein in der PKV zwischen 22.700 und 51.000 Stellen weg. Der Kahlschlag geht laut Einschätzung von Dr. Wolfgang Bärtl, des BVNV-Vorsitzenden, weiter: „Praxismitarbeiter müssen gehen, Investitionen werden gestrichen und die Honorare fallen ins Bodenlose“.

Diese düstere Prognose wurde schon 2013 in einer gemeinsamen Umfrage des Bundesverbandes niedergelassener Fachärzte (BVNF) und des Ärztenetzwerks Hippokranet gemacht. Für Bärtl ist es „ein offenes Geheimnis, dass ohne die private Krankenversicherung viele Arztpraxen in Deutschland nicht mehr auf dem bestehenden Niveau finanzierbar wären“. Gut 11 Prozent der Privatpatienten seien für rund 25 Prozent der Praxisumsätze der niedergelassenen Ärzte gut. Viele Facharztpraxen können aus den Einnahmen der Behandlung gesetzlich Versicherter gerade noch die Kosten decken. Das sog. Neubauer-Gutachten hat jüngst gezeigt, dass In ländlichen Regionen heute schon mangels ausreichender Kompensation durch Privateinnahmen Facharztpraxen der Grundversorgung  nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden können. »Die Folgen für die Patientenversorgung wären dramatisch«, so warnt Bärtl.

Kategorie: BVNF, Allgemein

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