18.05.2016

Der BVNF-Zwischenruf: »Gemein-nützig?«

Kommentar von Ilka Enger: Ob dieses neue Institut wirklich so gemeinnützig wird, bleibt abzuwarten. Vielleicht muss man aber auch nur einfach definieren, wer denn "gemein" ist - vielleicht sind ja "gemein" auch die Herren, die gehört haben, dass die BÄK für die bisherige Erarbeitung der GOÄ einen niedrig siebenstelligen Betrag ausgegeben hat und man rechnet sich jetzt gute Chancen aus, dass da nochmal so viel ganz "gemeinnützig" in Berater und Ökonomen fließen könnte.

Warum diese Skepsis? Nun ich sehe die Nasen, die sich da momentan in den GOÄ-Wind erheben und die Witterung des Geldes aufnehmen: Da ist Herr Drabinski, sicher ein guter und cleverer Gesundheitsökonom - und fleißig, aber da gibt es natürlich auch ein Institut in Schleswig-Holstein, welches auch finanziert werden will und auch Herr Drabinski dürfte hier nicht nur "gemeinnützige" Arbeit leisten wollen, sondern auch seine ökonomischen Bedürfnisse befriedigen wollen. Dann ist da die Gesellschaft für Privatmedizin. Die kennen nur ein paar Insider und wissen, dass die - wenn ich mich Recht erinnere - von einem Lobbyclub gegründet wurde, in dessen Dunstkreis auch ein Herr Koschoreck, seines Zeichens Geschäftsführer des HNO-Verbandes und ehemaliger Bundestagsabgeordneter und eben auch mit viel Liebe gut bezahlter Lobbyist, gehört und der wiederum gute Beziehnungen mit Herrn Lindemann, ebenfalls ehemaliger Bundestagsabgeordneter und Lobbyist und Geschäftsführer des Spifa unterhält.

Wer sich ein bisschen in den "Nachbarschaftsbund Berlin/ Klein Machnow" eingearbeitet hat, weiß, dass diese beiden Herren auch schon bei Patiomed als Aufsichtsräte und Berater fungiert haben und dort eben auch nicht nur gemeinnützig, sondern zu einem nicht wenig stattlichen Beraterhonorar. Und damit kommen wir dann auch schon zum vierten im Bunde: Der PVS-Verband ist auch mit von der Partie, was ja per se nicht schlecht ist, weil die in der Tat die Daten haben, die wir Ärzte wiederum vielleicht auch für die Analysen brauchen. Allerdings ist auch Herr Tilgner, der Geschäftsführer der PVS, kein ganz unbeschriebenes Blatt, welches bei Patiomed mit dabei war und auch irgendwo in Klein-Machnow sein Domizil hat oder zumindest hatte.

Insofern - ja, es ist eine gute Idee, dass man Ökonomischen Sachverstand einkauft, aber muss es denn gleich wieder ein "Institut" sein oder reicht auch ein Ökonom - und damit käme für mich auch ein Herr Müller oder ein Herr Neubauer in Frage.

Kategorie: BFAV, BVNF

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