08.03.2016

KEB – Sackgasse in die Staatsmedizin

Niedergelassene wollen nicht Konkurrenz aus der KV-Kasse finanzieren. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung will künftig in Eigeneinrichtungen mit angestellten Ärzten den Sicherstellungsauftrag ausfüllen auf Kosten und mit Finanzierung aus Beitragsgeldern der niedergelassenen Kollegen.

Der Bundesverband niedergelassener Fachärzte (BVNF) fordert dagegen, insbesondere die wirtschaftlichen Ursachen mangelnder Nachbesetzung von Praxen zu analysieren und abzustellen.

Praxen und MVZ müssen vorrangig unter der Führung von freiberuflichen niedergelassenen Ärzten und nicht von der KV betrieben werden können.

Grund für den Widerstand bildet die Forderung der stv. KBV-Vorsitzenden Dipl.Med. Regina Feldmann in der KBV-VV vom 04.03.2016 mit folgendem Wortlaut: "Dort wo Vertragsärzte keine Nachfolger finden, müssten die KVen dafür sorgen, dass die Sitze für die eigentliche ambulante Versorgung erhalten bleiben… Die KVen sollten sich dazu entschließen, vermehrt Eigeneinrichtungen zu betreiben und dafür jene Ärzte anzustellen, die ihre Zukunft eben nicht im Betrieb einer unternehmerisch-selbständigen Praxis sehen."

Dieser Forderung hat BVNF-Chef Dr. Wolfgang Bärtl als Vertreter selbständig-unternehmerisch tätiger Praxisinhaber auf der KBV-VV entschieden widersprochen. „Dort wo Vertragsärzte keine Nachfolger mehr finden ist klar erkennbar, dass die Ursachen in der fachärztlichen Grundversorgung in einem hohen Maß in den mangelnden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen begründet sind, die eine betriebswirtschaftlich rentable Praxisführung insbesondere in ländlichen Regionen bzw. sozialen Brennpunkten von Großstädten mangels ausreichender Quersubventionierung aus dem Selbstzahlerbereich  nicht mehr möglich machen.“

Unter Kenntnis dieser Umstände wäre ist es aus Sicht des BVNF vorrangig die Aufgabe der KVen durch Verhandlungen mit den Kostenträgern bzw. honorarpolitische Maßnahmen (EBM/HVM)  diesen Praxen wieder eine wirtschaftlich tragfähige Basis zu verschaffen, „bevor sie alte und teure Fehler wie bei Patiomed -Patiodoc wiederholen und mit den Geldern der Vertragsärzte mit diesen über subventionierte KV-eigene Betriebe in Konkurrenz treten.

Selbständige Praxen bzw. MVZ unter der Führung von freiberuflich niedergelassenen Ärzten haben absoluten Vorrang vor KV-eigenen Betrieben (KEB) denn mangelnde Wirtschaftlichkeit kann auch durch Eigeneinrichtungen der KVen auf dem Rücken der restlichen selbständigen Vertragsärzte nicht kompensiert werden“, bekräftigt Bärtl den BVNF-Standpunkt.

Kategorie: BVNF, Allgemein

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