07.03.2016

GOÄ-Reform: Implosion im Zielkorridor?

Eine valide Aussage und eventuelle Auswirkungen auf die einzelnen Fachgruppen lassen sich demnach derzeit nicht machen. Nach jüngst durchgesickerten noch offiziell unbestätigten Informationen haben sich die Verhandlungsparteien auf einen Korridor von +0,6% bis - 0,6% um den Steigerungsfaktor 5,8 % geeinigt, der bei der Reform der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) als Gesamtorientierungsmarke eingehalten werden soll. Dies bringt den Verhandlungsführern der Ärzteschaft den Vorwurf einer engen Budgetierung ein. Der BVNF-Vorsitzende Dr. Wolfgang Bärtl warnt vor dem GOÄ-Schlussverkauf und legt das Augenmerk auf drei Punkte.

Zum einen würden konkrete Zahlenangaben in der sogenannten Übergangs­vorschrift zur Bundesärzteordnung fehlen. Diese sei eine "knallharte Budgetvorschrift" und leiste einer EBMisierung der GOÄ und letztendlich der Bürgerversicherung Vorschub, so argumentiert Bärtl aus seiner Erfahrung als niedergelassener Orthopäde (und Grundversorger.)

Zum zweiten stelle die Einsetzung der Gemeinsamen Kommission (GeKo) mit Vertretern der Privaten Krankenversicherung eine Weichstellung dar. So entscheidet die GeKo bei nicht gelisteten Steigerungsbegründungen auf Einzelantrag des Arztes.

Drittens stört die Einführung des "robusten Einfachsatzes". Damit werden Ärzte in ihrer freien Rechnungsstellung eingeengt und (IGeL-)Selbstzahlerleistung (Leistungen mit dem einfachen oder variablen Satz ins Abseits gedrängt.

Der BVNF Chef warnt vor diesem »abrechnungstechnischen Einfallstor der Bürgerversicherung sowie einer EBMisierung der GOÄ«.

Kategorie: BVNF, Bayerischer Facharztverband

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