13.05.2022

Verkauft und abgestraft! Bayerische Praxen als Versuchskaninchen

Bayerischer Facharztverband befürchtet Daten-Chaos bei übereilter Einführung des e-Rezeptes. „Überfallartig“ hat die Gesellschafterversammlung der Gematik dieser Tage den Plan für die stufenweise Einführung des e-Rezepts veröffentlicht. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns soll vorab die Praxen in den Probebetrieb schicken. Der Bayerische Facharztverband (BFAV) wehrt sich dagegen.

Die Profiteure des e-Rezeptes sind  die europäischen Versandapotheken; das zeigt der Börsenabsturz führender Internet-Apotheken-Aktien nach der gestrigen Meldung, dass das e-Rezept "nur" in Bayern und Schleswig-Holstein ab 1.9.22 verpflichtend eingeführt werden soll und nicht wie vom Versandhandel erhofft im ganzen Bundesgebiet. „Die von der Gematik vorgegebene „Deadline“ für den Roll-Out-Start von 30.000 Rezepten unter Einbeziehung von nur drei Softwarehäusern birgt ein erhöhtes Risiko für die Funktionsfähigkeit unsere Praxen, warnt BFAV-Vorsitzender Dr. Wolfgang Bärtl.

Die Profiteure des e-Rezeptes sind die europäischen Versandapotheken; das zeigt der Börsenabsturz führender Internet-Apotheken-Aktien nach der gestrigen Meldung, dass das e-Rezept "nur" in Bayern und Schleswig-Holstein ab 1.9.22 verpflichtend eingeführt werden soll und nicht wie vom Versandhandel erhofft im ganzen Bundesgebiet.

Die Gematik teilte am Donnerstag mit, dass es bisher  keinen Beschluss der Gesellschafterversammlung zur Einführung des e-Rezeptes gebe. „In der Debatte ist u.a. eine stufenweise Einführung. Die Gesellschafter beraten über diese und weitere Fragen", sagte ein Sprecher dem Ärztlichen Nachrichtendienst (änd). So hat die Gewinn-Rallye der beiden Online-Apotheken-Aktien Shop Apotheke Europe und Zur Rose am Dienstag ein abruptes Ende gefunden. Hintergrund sind keine "guten Neuigkeiten", was die Einführung der elektronischen Rezeptierung in Deutschland angeht. Auch wenn die Gematik auf Rückfrage abwiegelt: „Bei der nichtöffentlichen Sitzung der gestrigen Gesellschafterversammlung sind keine Beschlüsse getroffen worden, die von breiterem öffentlichem Interesse sind,“ gehen Anleger verunsichert auf Distanz. Die Ärzteschaft ist empört. „Es ist ein Skandal, dass die Praxen der niedergelassenen Ärzte in Bayern als Versuchskaninchen und Steigbügelhalter für die Gewinnerwartungen von Aktionären herhalten müssen“ protestiert BFAV-Chef Bärtl gegen diese Vorgehensweise.

Kategorie: Bayerischer Facharztverband, BFAV, BVNF