20.05.2021

Impfkosten: teuer und bürokratisch –staatliche Zentren impfen 10 mal teurer als niedergelassene Ärzte

Dr. Wolfgang Bärtl

Unerklärliche „Preisunterschiede“ gibt es in der Vergütung von Impfleistungen zwischen Arztpraxen und Impfzentren. Dies behindere, so die Warnung des Bayerischen Facharztverbandes (BFAV), auch den Impffortschritt. Während in staatlichen Impfzentren Kosten in Höhe von ca. 200 Euro pro Impfung anfallen, erscheint die Vergütung von 20 Euro in den Praxen unangemessen niedrig. Der identische personelle und bürokratische Aufwand, der zusätzlich neben der Kerntätigkeit in den Praxen anfällt, wird damit nicht adäquat vergütet. Soll der Impfturbo nicht nur ein Strohfeuer bleiben, müsse die Vergütung für die Praxen so angeglichen werden, dass aus der Impfung kein Zuschussgeschäft für die Niedergelassenen und ihr Personal werde.

„War es zu Beginn der Impfkampagne vielleicht noch nachvollziehbar, Impfzentren aus dem Boden zu stampfen und dort zu Mondpreisen mit den Impfungen der am meisten gefährdeten Patienten zu starten, aber nun muss auch der letzte politisch Verantwortliche erkennen, dass die Impfungen in den Praxen wesentlich effizienter erbracht werden - weil wir es seit Jahrzehnten können und leisten,“ so argumentiert der selbst als Impfarzt in seiner Praxis in Neumarkt/Opf. tätige Orthopäde Dr. Wolfgang Bärtl, Vorsitzender des Bayerischen Facharztverbandes.

In der aktuellen Phase sollten die Impfungen schnell und dezentral erfolgen. Dies sei in den Praxen der Niedergelassenen am besten leistbar. „Dazu braucht es aber auch einen adäquaten finanziellen Anreiz, der die ohnehin am Limit arbeitenden Praxen motiviert, zusätzliche Schichten einzulegen,“ erinnert Bärtl die verantwortlichen Gesundheitspolitiker. „Man darf hier nicht schon wieder die Niedergelassenen als „billigen Jakob“ missbrauchen.“

Der bürokratische und personelle Aufwand ist mit der derzeitigen Vergütung von 20 EUR nicht kostendeckend, geschweige denn ertragsbringend. Wie aus aktuellen Berichten der Medien publiziert wurde, betragen die Kosten/Impfung in den Impfzentren ca. 200 EUR!

www.hr-fernsehen.de/sendungen-a-z/mex/sendungen/mex-das-marktmagazinam-19052021,sendung-118820.html

„Die Wahrheit liegt wie so oft in der Mitte“, kommentiert der Bayerischer Facharztverbandssprecher. „Wenn wir den Impfturbo zünden nund nachhaltig am brummen halten und die Steuerzahler gleichzeitig vor einer unnötigen Geldverschwendung schützen wollen, dann brauchen wir eine deutlich verbesserte Vergütung der Impfung in den Praxen, die bei ca. 50 EUR für eine Erst- und 40 EUR für eine Zweitimpfung liegen muss. Die Politik wird aufgefordert, diese grobe Ungerechtigkeit in der Vergütung zeitnah auszugleichen.

Kategorie: Bayerischer Facharztverband, BFAV, BVNF