19.05.2021

Impfunterstützung – Privatärzte dürfen an die Impffront

Mit einem landesweiten Aufruf an die 6000 Kollegen im Freistaat geht der Bayerische Facharztverband (BFAV) in die Impf-Offensive zur Unterstützung bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie um den folgenschweren Lockdown und die damit verbundenen Belastungen der Wirtschaft und Gesellschaft jetzt rasch zu beenden. Auch Privatärzte dürfen jetzt mithelfen.

„Hauptsache es wird geimpft - welcher Arzt es tut, spielt dabei keine Rolle!“ zeigt sich Dr. Ilka Enger, Vorsitzende des bayerischen Facharztverbandes (BFAV) zufrieden, dass durch Intervention des BFAV nun auch Privatärzte in das Impfgeschehen eingreifen dürfen. „Wir haben uns dafür stark gemacht, dass auch Privatärzte in Zukunft beim Impfen eine Rolle spielen,“ freut sich Enger: „Es kann ja nicht sein, dass durch bürokratische Hemmnisse das Potential aller niedergelassenen Ärzte nicht voll ausgeschöpft wird.“
So hatte sich der bayerische Facharztverband erfolgreich dafür eingesetzt, dass auch Privatpraxen endlich mit Impfstoff beliefert werden dürfen. Gekrankt hatte es unter anderem daran, dass es bis dato für diese Arztgruppe keine Möglichkeit gab, ihre Impfquoten über die entsprechende Plattform der KVen elektronisch zu melden. Hier zeige sich einmal mehr, „dass die Abhängigkeit von einem Monopol der Telematik-Infrastruktur eher Schaden als Nutzen produziert,“ erklärt Enger. „Wenn die Erlaubnis zu impfen an solch verkrusteten Strukturen hängt, dann muss man sich nicht wundern, dass Deutschland weit hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt. Es fehle einfach an pragmatischen Lösungen, bedauern die Verantwortlichen des BFAV einhellig.

Mehr Mut zur Pragmasie

Mit Pragmasie tue sich der Bundesgesundheitsminister nun einmal sehr schwer, wie man an den fortgesetzten Pannen der Pandemiebewältigung von Maskenbeschaffung über das Fehlen aussagekräftiger Daten bis hin zu dem Desaster bei der Organisation der Impfungen erkennen könne. „Die Politik wäre gut beraten, wenn sie endlich anerkennen würde, dass sie gerade von dem Einsatz der selbständigen und freiberuflichen Ärzte profitiert haben,“ erklärt auch Wolfgang Bärtl, Sprecher des BFAV. „Und wenn man diese Erkenntnis auch in politisches Handeln und in Vertrauen in die Akteure umsetzen würde - Freiberuflichkeit muss endlich wieder als Wert in Deutschland geschätzt werden, der unserem Gesundheitswesen auch Stabilität und Resilienz verleiht.“ Der bayerische Facharztverband fordert deshalb, dass die Freiberuflichkeit der Ärzte anerkannt, geschützt aber auch adäquat finanziert werden muss. Das sei einer der Wahlprüfsteine, die man im Bundeswahlkampf den Parteien vorlegen werde.

Kategorie: Bayerischer Facharztverband, BFAV, BVNF