12.05.2015

Weiße Salbe! Politik verteilt Placebo zum Ärztetag

Der Bundesverband niedergelassener Fachärzte (BVNF) warnt die Kollegenschaft vor den Versprechen der Politiker anlässlich des 118. Ärztetages in Frankfurt. Am arztfeindlichen Wesen des VSG-Vorhabens würden die kosmetischen Operationen nichts ändern, so der BVNF-Vorsitzende, Orthopäde Dr. Wolfgang Bärtl, am Rande der Protestaktion seines Verbandes.

Die Beratungen des Versorgungsstärkungsgesetzes (VSG) biegen auf die Zielgerade ein. Es wird zunehmend klar, dass der Gesetzgeber noch Änderungen vornehmen wird, um negative Folgen für die Ärzteschaft vermeintlich abzumildern. „Das Kernziel des Gesetzes bleibt jedoch unverändert“, fürchtet Wolfgang Bärtl, der Vorsitzende des Bundesverbandes niedergelassener Fachärzte. „Der Gesetzgeber strebt über dieses Gesetz eine tiefgreifende Strukturänderung in der medizinischen Versorgung an, die von der wohnortnahen individuellen Arztversorgung durch inhabergeführte Praxen zu einer Versorgung in anonymen Großzentren und Kliniken verlagert wird“.

Der Ärztetag in Frankfurt und die Proteste am Rande des Ärzte-Things müssten hier ein eindeutiges Signal gegen diese verfehlte Politik setzen, so fordert Bärtl zum Widerstand auf. Frankfurt sei dabei aber auch ein Startsignal an alle niedergelassenen Ärzte, sich für den Erhalt ihrer Freiberuflichkeit einzusetzen und dafür, dass die Praxen durch die angedachten politischen Maßnahmen nicht auch wirtschaftlich ausgehungert werden. „Wir haben viel zu lange zugesehen, wie der Gesetzgeber in den letzten zehn Jahren durch seine Eingriffe die Grundlagen des ärztlichen Handelns zerstört hat und durch eine rein ökonomische Betrachtungsweise die ärztliche Behandlung zu einer Ware degradiert hat“, sagt Bärtl. „Dadurch wurde den freiberuflichen Ärzten ein immenser Schaden zugefügt, der inzwischen irreparabel zu werden droht“.

Der BVNF sieht deshalb Frankfurt als Aufbruch gegen die staatlich konzessionierte Konzernmedizin und fordert die Kollegen auf, aktiv zu werden.
„Wir werden die Kollegen, Patienten und Bürger aufklären, was die Gesetzgebung der Großen Koalition für sie bedeutet und wer für diese Entwicklungen verantwortlich ist. Eventuell müssen wir den Patienten auch die Auswirkungen ganz praktisch und deutlich vor Augen führen. Der Wähler wird dann entscheiden, wie wertvoll ihm eine ärztliche Versorgung vor Ort ist“, erläutert Bärtl die weiteren Pläne des BVNF.

Kategorie: BVNF, Allgemein