24.03.2014

VV-Beschluss „Wartezeit“: Gassen am Rubikon?

Missbrauch der KBV als Kassen-Terminator: Die ärztliche Selbstverwaltung darf nicht zur fremdgesteuerten Vergabestelle für Facharzttermine mutieren. „Das Terminmanagement der eigenen Praxis ist der Markenkern unserer Freiberuflichkeit.“

In der Debatte um die im Koalitionsvertrag angedachte Zwangsvergabe von Facharztterminen stärkt Dr. Wolfgang Bärtl, Vorsitzender des Bundesverbandes niedergelassener Fachärzte (BVNF) deshalb dem neuen KBV-Chef Dr. Andreas Gassen den Rücken „sich im Rahmen der Wartezeitdebatte nicht den populistischen Wünschen der Politiker und Krankenkassen zu unterwerfen“.

Nach Überzeugung des BVNF darf es in dieser Frage „keine schwankende Doppelstrategie geben, da die niedergelassenen Ärzte hier definitiv am Scheideweg ihrer Glaubwürdigkeit und künftiger Verhandlungsstärke stehen.

Wer „nachdrückliche Ablehnung“ signalisiere, wer „rote Linien“ festlege und wer ein „Bis hierher und nicht weiter!“ ausrufe, „der darf nicht beim ersten Hüsteln der Politik umfallen“.

Wer den geplanten staatlichen Eingriff in das Terminmanagement - dem Markenzeichen der Freiberuflichkeit - akzeptiert, werde sich auch beim Aufkauf von Praxissitzen, bei der weiteren Öffnung der Klinikambulanzen, der Errichtung kommunaler medizinischer Versorgungszentren etc. nicht ernsthaft und glaubwürdig wehren können“, warnt Bärtl vor einem Dominoeffekt.

Deshalb werde diese Frage zum „Lackmus-Test für die Selbstverwaltung sowie für Gassen, aber auch alle anderen Funktionäre und Berufsverbandsvorsitzenden“.

Die Budgetierung steht als Ursache für den Ärztemangel und das Ausbluten der niedergelassenen Fachärzte in untrennbarem Kontext mit der Terminnot. „Der Ausgang dieser Debatte wird entscheiden über die Zukunft einer flächendeckenden ärztlichen Versorgung der Bevölkerung“.

KBV-Chef Gassen „steht bereits kurz nach Antritt seines Amtes am Rubikon“.

Kategorie: BFAV, BVNF