28.02.2014

»Insel der Unseligen« - BVNF sieht Krankenkassen als Vorbild beim Bürokratieabbau

Der Bundesverband niedergelassener Fachärzte (BVNF) appelliert an Bundesgesundheitsminister Gröhe die Unterschriftenaktion des BVNF ernst zu nehmen und einem Gespräch nicht länger auszuweichen.

»Während die Krankenkassen ihre Strukturen straffen, werden die Ärzte von der Politik mit Terminservicestellen in den bürokratischen Schwitzkasten genommen«, ärgert sich Dr. Wolfgang Bärtl, Sprecher vom BVNF und gleichzeitig Mitglied der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), über den Plan, Clearingstellen zur Terminvergabe bei den KVen einzurichten.

Der Aufwand zur Gängelung der Praxen stehe in keinem Verhältnis zu den Geldern, die damit der Patientenversorgung entzogen würden, rechnet Bärtl vor. »Damit haben wir auch keine Sekunde mehr Zeit für unsere Patienten. Während die Krankenkassen nach Jahren des Aufblähens die Zeichen der Zeit erkannt haben, befinden wir uns im Krebsgang unserer Selbstverwaltung, gezwungen durch die Gesundheitspolitik, offenbar auf einer Insel der Unseligen, die mit immer neuen Schikanen unser im Kern noch funktionierendes Gesundheitssystem im Zwei-Klassen-Wahn in den Untergang treibt«, befürchtet der BVNF-Chef.

»Terminmanagement muss nach medizinischer Indikation in Händen der Ärzte bleiben und darf nicht über formale Kriterien an »Call-Center« übertragen werden«, fordert Bärtl.

Kategorie: Bayerischer Facharztverband, Allgemein, BVNF