26.11.2013

BFAV fordert »Grundsicherung für Grundversorger«

Wenn die Politik schon Terminfristen bei Fachärzten gesetzlich festlegt, muss sie auch die angemessene und feste Vergütung der fachärztlichen Grundversorgung gesetzlich fixieren, „da bekanntlich die Rationierung von Mehl den Bäckern in der Hungersnot nicht weiterhilft!“ So begründet Dr. Wolfgang Bärtl Sprecher vom Bundesverband niedergelassener Fachärzte (BNVF) die Vorschläge der Koalitionsrunde zur Terminbeschleunigung für fachärztliche Behandlungen.

Während die Unterhändler der Gesundheits-AG in der Koalitionsrunde, Dr. Karl Lauterbach (SPD) und Jens Spahn (CDU) „wohlfeile Forderungen“ nach Facharztterminen innerhalb von 4 Wochen „in der Bevölkerung streuen, gehen die Grundversorger-Facharztpraxen der sogenannten „GOUDAH-Gruppe“ (Gynäkologen, Orthopäden, Urologen, Dermatologen, Augenärzte, HNO-Ärzte) mangels ausreichender Finanzierung vor die Hunde“, befürchtet der BVNF-Sprecher.

Nach Rückgabe einer Zulassung aus betriebswirtschaftlichen Gründen stünden beispielsweise noch zwei Hautarztpraxen zur kassenärztlichen Versorgung für über 140.000 Einwohner in der Oberpfalz zur Verfügung. Privatärzte übernehmen dort zum Teil bereits über Kostenerstattung die Versorgung der GKV-Patienten. Konservativ ausgerichtete Orthopäden suchen vergeblich nach Nachfolgern, retten sich in die Selbstzahlermedizin, verkaufen an Kliniken oder können ihre Praxen nicht mehr finanzieren.

Mit diesen deutlichen Worten legt der Vorsitzende des BFAV/BVNF Dr. Wolfgang Bärtl den Finger in die Wunde eines schwer aus dem Lot geratenen Systems und fordert rasche Korrekturmaßnahmen. Das gemeinsame Schicksal der Grundversorger-Facharztpraxen, egal ob Gynäkologie, Orthopädie, Urologie, Dermatologie, Augenärzte oder HNO, aber auch die Internisten ohne Schwerpunkt, die sog. allgemeine fachärztliche Versorgungsebene, ist durch eine ständige Entwertung ihrer fachärztlichen Leistungen zu Gunsten immer mehr hochspezialisierter Leistungen innerhalb eines budgetierten Finanzierungssystems gekennzeichnet. „Das System ist deutlich zu kopflastig geworden!“

Bärtl stellt die Politiker deshalb vor die Alternative entweder „feste und angemessene Preise“ für alle fachärztlichen Grundleistungen zu ermöglichen oder ein unbudgetiertes, angemessenes  „Mindesthonorar für Sicherstellung“ festzusetzen.

Kategorie: BFAV, BVNF