09.11.2013

BVNF warnt Politik vor dem »Griff zur Peitsche«

„Wenn die Galeere auf dem Trockenen liegt, macht es keinen Sinn, die Sklaven mit der Peitsche zu traktieren. Ohne Wasser keine Fahrt! Es reicht einfach nicht zum Wasserskifahren.“ So drastisch bebildert Dr. Wolfgang Bärtl, Sprecher vom Bundesverband niedergelassener Fachärzte (BNVF), die Vorschläge der Koalitionsrunde zur Terminbeschleunigung für fachärztliche Behandlungen.

Die beiden Unterhändler der Koalitionsverhandlungen Jens Spahn (CDU) und Karl Lauterbach (SPD)  hatten sich darauf verständigt, dass Patienten bei einer längeren Wartezeit in niedergelassenen Facharztpraxen alternativ Klinikambulanzen aufsuchen sollten.

„Den offenkundig drängendem Mangel an fachärztlicher Kompetenz und verfügbarer Arbeitszeit wird man mit einer noch schnelleren Taktvorgabe auf der Galeere nicht abstellen können“, gibt Bärtl, selbst niedergelassener Orthopäde, zu bedenken. Die Zitrone sei „definitiv ausgepresst“, eine weitere Arbeitsverdichtung nicht möglich. Die logische Folge würde für viele Fachärzte im GKV - System den Wegfall der Terminsprechstunde darstellen, …auch in der Notfallambulanz der Kliniken gibt es keine Termine.“

Im Übrigen gebe es schon heute keine gleichlangen Spieße: „Jeder Patient kann, so der BVNF-Sprecher jede Notfallambulanz aufsuchen. Bezahlt wird das im Vorwegabzug zu vollem Punktwert unbudgetiert aus der Vergütung unserer Praxen – am Ende ein teures Geschäft für die GKV.“

Die Einsparung an Personal wird die Verluste mehr als wettmachen. Wie lange die Patienten das allerdings mitmachen werden, steht auf einem anderen Blatt. Eines ist allerdings jetzt schon sicher: Die fachärztliche Versorgung wird eher schlechter und die Zweiklassenmedizin definitiv einen Schub nach vorne bekommen.

Kategorie: BVNF, BFAV