10.07.2013
Von: änd

Facharztmangel: BVNF sieht sich in seinen Forderungen bestätigt

Die medizinische Grundversorgung in Deutschland ist ausgezehrt. Über vierzig Prozent der Patienten warten länger als drei Wochen auf einen Facharzttermin. Besonders eng und damit überlastet sind konservativ behandelnde Orthopäden im Westen und Augenärzte im Osten der Republik. Das ist Kernerkenntnis aus der aktuellen Versichertenbefragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

Dass trotz allem die Patienten noch immer in der großen Mehrzahl zu 82 Prozent mit ihrem Facharzt vor Ort zufrieden sind, liegt am hohen persönlichen Einsatz der Ärzte und Praxismitarbeiter, die bei der notwendigen Priorisierung nach Dringlichkeit äußerst professionell und effektiv arbeiten. Für Dr. Wolfgang Bärtl, den Vorsitzenden des Bundesverbandes Niedergelassener Fachärzte (BVNF), ist jedoch das Ende der Fahnenstange erreicht: „Wir brauchen feste, angemessene Preise, um unsere Leistungen weiterhin ohne Qualitäts- und Zeitverzögerung unseren Patienten anbieten zu können.“

Bärtl sieht die KBV mit den jüngsten Reformentscheidungen endlich auf dem richtigen Weg, um die Versorgerpraxen zu stärken. „Dass die Kollegen die Situation deutlich kritischer einschätzen, als in der Öffentlichkeit und bei den Patienten erkennbar, ist ein deutliches Warnzeichen an die Politik und die Vertragspartner, die Zukunft nicht leichtfertig auf die Wartebank zu schieben. Eine spätere Mangelbeseitigung kommt teurer als die Stärkung noch vorhandener ambulanter Strukturen.“

Kategorie: Allgemein, BFAV, BVNF