11.01.2013

„Schlagt den Sack und nicht den Esel!“ - BVNF unterstützt HNO-Ärzteprotest

„Aber: Wir müssen uns gegen die Ursachen und die Verursacher dieser Existenzbedrohung wehren, statt nur auf die KVen als Ausführungsorgane zu prügeln“, so fasst Dr. Wolfgang Bärtl, 1. Vorsitzender des Bundesverbandes niedergelassener Fachärzte (BVNF) die Solidarität seines Verbandes mit den protestierenden Kollegen in Nordrhein zusammen.

„Die Unterfinanzierung der HNO-ärztlichen Tätigkeit ist existenzgefährdend, aber nicht nur für diese Facharztgruppe. In allen Bundesländern haben wir Honorareinbußen, insbesondere bei den fachärztlichen Grundversorgern, hinnehmen müssen. Die KVen verwalten nur - mehr schlecht als recht - den Mangel und so werden die Arztgruppen auseinanderdividiert. Doch die wahren Verursacher der Misere sind die Politik und die Krankenkassen“.

So fordert Bärtl, endlich die notwendigen Finanzmittel zur adäquaten ambulanten Versorgung der Patienten zur Verfügung zu stellen oder Leistungseinschränkungen klar zu benennen.

Wir fordern kostendeckende, feste Preise für jede ärztliche Leistung und halten, wie in Nordrhein geplant, eine Begrenzung der Leistungen bei begrenztem Geld für die einzige logische Konsequenz. „Deshalb macht es keinen Sinn, den Esel zu schlagen, wenn eigentlich der Sack gemeint ist“, fasst Bärtl zusammen.

Es sei „bezeichnend und erschreckend zugleich, dass in den Wahlprogrammen der Parteien der niedergelassene Facharzt keine Verwendung mehr findet.“ Am Ende der Entwicklung stehe eine Staatsmedizin „teuer und ineffektiv, mit weiten Wegen und anonymer Gesundheitsmaschinerie ohne menschliche Zuwendung.

Wer das will, soll es den Wählern auch sagen.

Wir sorgen dafür, dass dieses Bekenntnis in der Bevölkerung bekannt wird.“

Kategorie: BVNF