29.06.2022

Wortbruch und Abbruch

Lauterbachs Spargesetz stößt beim Bayerischen Facharztverband (BFAV) auf erbitterten Widerstand. Die geplante Streichung der Neupatientenregelung im Terminservice- und Versorgungsgesetz beschleunigt Praxisschließungen.

„Dieser Wortbruch beschleunigt den Abbruch“, so umschreibt der BFAV-Vorstand Dr. Wolfgang Bärtl die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Facharztpraxen, sollte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach die angekündigte Streichung der Neupatientenregelung umsetzen. Lauterbach beabsichtige damit, die unter seiner Mitarbeit entstandene TSVG-Neupatientenregelung wieder zurück ins Budget zu holen um damit das mit Bürokratie überlastete Gesundheitswesen zu sanieren. Für Bärtl ergeben sich daraus besonders in der fachärztlichen Grundversorgung budgetbedingte Leistungskürzungen und längere Wartezeiten für GKV-Patienten.

Die Kritik des BFAV-Chefs gründet auf seiner Erfahrung als niedergelassener Orthopäde in Neumarkt/OPf.: „Inflationäre Kostensteigerungen bei Energie, Hygiene und unsinniger, auch von der Politik getriebener TI in den Praxen werden noch verschärft durch die neuen Budgetierungen für gesetzlich Krankenversicherte bei den Fachärzten.“ Angesichts der fortgesetzten Verweigerung einer Preisanpassung der GOÄ nach über 26 Jahren sei dies „ein weiterer Schlag mit der Abrissbirne in die Praxen der Niedergelassenen Fachärzte“. Bärtls Rat an die Patienten: „Bei begrenzten Leistungen und wieder längeren Wartezeiten wenden Sie sich bitte an Gesundheitsminister Lauterbach.“

Kategorie: Bayerischer Facharztverband, BFAV, BVNF