28.04.2021

Egal welcher Arzt impft – Hautptsache schnell!

Mit einem landesweiten Aufruf an die Facharzt-Kollegen im Freistaat geht der Bayerische Facharztverband (BFAV) in die Impf-Offensive zur Unterstützung bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie um den folgenschweren Lockdown und die damit verbundenen Belastungen der Wirtschaft und Gesellschaft jetzt rasch zu beenden. Erklärtes Ziel ist es die Herdenimmunität schnellstmöglich unter Einsatz der Fachärzte zu erreichen.

»ES IST EGAL WELCHER ARZT IMPFT – HAUPTSACHE IST, ES WIRD GEIMPFT – UND ZWAR SCHNELL!«
Mit diesem dringenden Appell wendet sich BFAV-Sprecher Dr. Wolfgang Bärtl, selbst niedergelassener Orthopäde in Neumarkt /OPf. an seine Facharztkollegen. „Führen Sie möglichst alle in Ihren Praxen COVID-19 Impfungen durch!“ In Anbetracht der fortgesetzten Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes werde es kaum eine andere Möglichkeit geben, „diesen unsäglichen und folgenschweren Lockdown damit zu beenden, dass zwei Drittel der Bevölkerung gegen die COVID-19-Infektion immunisiert sind,“ betont der Kulmbacher Augenarzt Dr.Gernot Petzold, der einen gleichlautenden Aufruf bereits vor einer Woche im Landkreis Kulmbach veröffentlichte.

Die Infektionsraten in zahlreichen bayerischen Landkreisen bewegen sich seit Wochen auf hohem Niveau. Die Impfungen in den Zentren kommen dagegen nur langsam voran. Rechnet man die bisherigen Impfzahlen hoch, würde es ohne Hilfe der niedergelassenen Fach- und Hausärzte egal ob kassen- oder privatärztlich tätig bis Ende des Jahres dauern, bis eine Herdenimmunität erreicht sein werde, so die Befürchtung des BFAV. Den Bundesgesundheitsminister fordern wir auf, die Impflieferungen umgehend auch an Privatärzte freizugeben, um maximal an Tempo zu gewinnen.

Herdenimmunität bis Juli

„Wir betrachten es deshalb als äußerst wichtig, dass sich alle niedergelassenen Fachärzte neben den Hausärzten und den Betriebsärzten an den Impfungen der Bevölkerung in Bayern (und darüber hinaus) in ihren Praxen beteiligen,“ so bittet Bärtl eindringlich. Diese Impfungen ließen sich in den Praxisalltag ohne größere Verwerfungen integrieren, so sein Verweis auf bereits laufende Unterstützung. Viele BFAV Mitglieder impfen bereits seit Ostern jede Woche mindestens 18 Patienten. „Wenn sich alle fachärztlichen und hausärztlichen Praxen an den Impfungen beteiligen und auch nur diese Mindestabnahmemenge impfen würden, wären Ende Juli bereits zwei Drittel der Bevölkerung Bayerns mit der 2. Impfung versorgt und wir hätten Herdenimmunität hergestellt. Für einen weiteren Lockdown der Schulen und der Wirtschaft bestünde dann keine rechtliche Handhabe mehr,“ so versichert der BFAV-Sprecher im Hilferuf an seine Kollegen.

Kategorie: Bayerischer Facharztverband, BFAV